Vor dem Schreiben

Sechs Grundsätze

Ich finde es immer sehr hilfreich, mir vor dem Schreiben die sechs folgenden, ganz banalen Dinge klarzumachen:
1) Selbstzweifel und Skepsis gehören zum Schreibprozess dazu; 2) Eine festgelegte Schreibzeit, die dann auch eingehalten wird, ist zum Schreiben unabdingbar;
3) Am Projekt bleiben;
4) Die Umgebung beobachten;
5) Sammlung anlegen;
6) Show don*t tell.
1) Selbstzweifel und Skepsis gehören zum Schreibprozess
Wer kennt sie nicht? Nicht nur gute und angenehme Gefühle, sondern auch negative Gefühle, sind Bestandteil des Schreibens. Wie oft frage ich mich: Ist das gut, was ich da verzapfe? Dann streiche ich es weg. Wie oft rüge ich mich in Gedanken dafür, dass ich so einen Bockmist schreibe. Aber das gehört dazu, denn vielleicht sind es genau diese Selbstzweifel, die mich dazu antreiben, mein Werk immer wieder von neuem und aus einer anderen Perspektive zu beurteilen und besser werden zu wollen. Sonst würde vielleicht meine Entwicklung stehen bleiben.
2) Festlegen einer Schreibzeit
Unabdingbar für mich ist es, eine feste Schreibzeit festzulegen, in der ich alles andere (Facebook, WordPress und Co.) ausblende und mich in mein Kämmerlein zu meinem Laptop oder Computer mit all meinen Figuren zurückziehe. Natürlich schreibe ich auch zwischendrin, wenn es die Zeit erlaubt und ich Gelegenheit dazu habe. Doch immer halte ich mich auch an meine mit mir vereinbarte Schreibzeit.
Das hilft mir, an meinem Projekt und den Figuren dranzubleiben. Andernfalls würde ich den Kontakt zu ihnen, und damit den Anschluss an mein Projekt, verlieren.
3) Am Werk bleiben
Wenn ich an einem Projekt arbeite, habe ich kein anderes Projekt in Bearbeitung. Erst, wenn es geschrieben ist, das heißt, ein first Draft existiert, wende ich mich den Vorbereitungen für ein weiteres Projekt zu. Auf diese Weise bleibe ich am Projekt dran und verliere nicht den Faden. Andererseits gewinne ich aber, durch die Vorbereitung eines neuen Projekts, Abstand und kann so meinen first Draft besser überarbeiten.
4) Die Umgebung beobachten
Die Umgebung liefert nicht nur die Fakten und Atmosphäre für den Ort, an dem die Handlung spielt, sondern sie gibt mir auch Einblicke in die Menschen, ihre Motive, Handlungen und Gepflogenheiten. Alles fließt dann, direkt, aber meistens abgewandelt, in den Roman ein. Desto genauer die Beobachtung, umso lebendiger die Figuren.
5) Sammlungen anlegen
Das Anlegen von Sammlungen ist hilfreich. Immer steht mir dann, sollte ich es brauchen, ein Spickzettel, zur Verfügung. Besonders hilfreich ist zum Beispiel eine Excel-Tabelle, in der ich Namen und deren Bedeutung festhalte. Aber auch eine Sammlung von Sätzen, die ich höre oder lese, ist sehr hilfreich. Die Sätze kann ich in verschiedenen Dateien nach Kategorien sortieren. Darauf kann ich während des Schreibens zurückgreifen. 6) Show don*t tell
Gelegentlich bin ich so ins Schreiben vertieft, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass ich etwas erzählt habe anstatt es zu zeigen. Zeigen heißt, es bildhaft, plastisch zu machen, damit es für den Leser, aber auch für mich, erlebbar ist und miterlebt werden kann.
Eine gute Beschreibung zieht den Leser nicht nur in das Geschehen hinein sondern gibt ihm auch Informationen über die Figur, die Zeit, das Geschehen und die herrschenden Gepflogenheiten, ohne es mit vielen Worten umständlich erklären zu müssen.
Ist doch gar nicht so schwer oder?
Klar. Wenn ich es schaffe, diese Grundsätze zu befolgen, dann nicht. Aber
Elke Irimia
7)

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Der Schauplatz

In diesem Beitrag geht es um den Schauplatz. Ihn habe ich vorher festgelegt, damit ich nachher beim Schreiben einen Spickzettel zur Hand habe und mich nicht verzettele oder, noch schlimmer, in Widersprüche, verstricke. Neben dem Plot und den Figuren ist er ja das dritte wichtige Element eines Romans.
Um einen Schauplatz in seiner Gänze (Atmosphäre, dem damit verbundenen Gefühl, Stimmung usw.) zu erfassen, muss ich ihn vorher ausgiebig recherchieren. Recherchieren bedeutet in diesem Fall nichts anderes als dorthin zu gehen und ihn bei Tag und bei Nacht abzugehen, um die unterschiedliche Atmosphäre aufzunehmen.
Ausgehend von der Stadt, in der die Handlung spielt, also München, wie sie sich heute darstellt habe ich mir überlegt wie München wohl imJahr 2078 aussehen könnte.
Was ist realistisch?
Zunächst habe ich mich mit der IT, einem sehr wichtigen Bestandteil, auseinandergesetzt, denn ich denke, zukünftig wird die IT eine noch größere Rolle spielen als heute.
Was gibt es im Jahr 2078?
Wo würde ich der IT im Jahr 2078 begegnen?
Politik
Ein weiterer, wichtiger Bereich, ist die Politik.
Ich habe mir über die Wirtschaft, die Sozial- und die Umweltpolitik Gedanken gemacht.
Diese Gedanken mündeten in die
– Sozialreform von 2035;
– Gebietsreform von 2035
und die
– Gesundheitsreform, ebenfalls aus dem Jahr 2035.
Hierfür habe ich dann den Wortlaut der entsprechenden
Gesetzestextegeschrieben.
Im Hinblick auf die Wohnungsbaureform habe ich mir überlegt, wie der Wohnungsbau sich gestalten wird.
Die Gebietsreform hält fest, welche, momentan noch selbständigen, umliegenden Gemeinden zukünftig eingemeindet werden.
Grundsatz: Write what you know
Gemäß dem Grundsatz „write what you know“ also schreibe worüber du etwas weißt und was du kennst, habe ich beschlossen, das Setting meines Plots in München anzusiedeln, da ich die Stadt, in der ich lebe, am besten kenne. Außerdem kann ich hier jederzeit neue Recherchen durchführen, falls es notwendig wird.
Es ist wichtig, dass ich mir vor dem Schreiben über den Schauplatz klar bin. Aber es macht mir auch großen Spaß, mir über den Schauplatz heute und im Jahr 2078 Gedanken zu machen.
Elke Irimia

Von der Idee zum Plot

Mittlerweile sind es schon drei Jahre, dass der erste Gedanke zur Geschichte in meinem Kopf, damals freilich nur als Gedankenfetzen, der mich packte auftauchte. Ich habe ihn damals weser aufgeschrieben noch beachtet, sondern einfach nur sich selbst überlassen.
Der Gedankenfetzen verschwand jedoch nicht sondren wuchs und breitete sich zu einem Gedankengerüst, und später zu einer Idee, aus, indem er Erlebnisse, Gegebenheiten und Sätze, die ich hörte, aufsaugte und in sich aufnahm. Sie wurden , ehe ich mich versah, Bestandteil der sich allmählich formenden Idee.
Immer noch schrieb ich nichts auf. Ich machte mir auch keine Notiz. Ich überließ die Idee sich selbst. Ich dachte, wenn es eine gute Idee ist, dann wird sie mir im Gedächtnis bleiben und wartete ab.
Und immer interessierte ich mich für alles, was damit zusammenhängt. Im Januar 2018 schließlich drängte mich die Idee, bestimmte Dinge zu recherchieren. Ich folgte dieser Aufforderung und recherchierte. Dann wollte die Idee als Gerüst für einen Plot aufgeschrieben werden. Sandrina Falter, die Protagonistin, setzte sich zu mir und erzählte mir allerlei aus ihrem Leben, von ihrer Arbeit und der schweren Entscheidung, die sie treffen muss. Das bewegte sie. Und ich schrieb es auf. Als nächstes folgte einer von vier Vertretern des Antagonisten, nämlich Simon der Holder, der mir ebenfalls von seinem Leben, seinen Unzulänglichkeiten und der Scheiße, die er gemacht hatte, berichtete. Auch das schrieb ich auf.
Ziemlich bald danach wurde ich von den übrigen drei Vertretern des Antagonisten Jannes Hasselbeck, Lukas Obermann und René Adler heimgesucht. Auch ihnen hörte ich zu und ließ sie auf mich wirken. Dann schrieb ich auch ihre Geschichten auf.
Ich fragte mich, was sie bewegt haben musste und was sie zu dem gemacht hatte, das sie im Jahr 2078 sein werden.
Dann war der Plot da und ich begann mit dem Schreiben des ersten Entwurfs. Elke Irimia